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Venture Capital – was das ist und wie man Risiken identifiziert & eliminiert

Heute soll es um das Thema Venture Capital (VC) gehen. Es ist auch gut bekannt unter den deutschen Begriffen Wagniskapital oder Risikokapital.  Das Risiko geht dabei der Investor ein, da er eine Art „Starthilfe“ oder „Finanzierungshilfe“ zur Verfügung stellt. Eine Finanzierung mit Venture Capital ist allerdings kein Kredit, sondern eine Finanzierung in ein Startup, mit dem Risiko, dass das jung...

Autor Christoph Gärtner
von Christoph Gärtner
05. November 2016

Heute soll es um das Thema Venture Capital (VC) gehen. Es ist auch gut bekannt unter den deutschen Begriffen Wagniskapital oder Risikokapital.  Das Risiko geht dabei der Investor ein, da er eine Art „Starthilfe“ oder „Finanzierungshilfe“ zur Verfügung stellt. Eine Finanzierung mit Venture Capital ist allerdings kein Kredit, sondern eine Finanzierung in ein Startup, mit dem Risiko, dass das junge Unternehmen einerseits durchstarten kann oder auch scheitern kann und sein Geld damit verloren wäre.

Dabei wird der Venture Capital Geber durch seine Investition Miteigentümer bzw. Anteilseigner am jungen Unternehmen. Außerdem wird im Anschluss geklärt, wie man Risiken identifiziert und eliminiert.

Was ist Venture Capital?

Zunächst möchte ich auf die Venture Capital Gesellschaften eingehen. Das sind Unternehmen, die in Start-ups oder junge Unternehmen investieren, daher wird das Geld meist über einen Venture Capital Fonds bereitgestellt. Diese Fonds sind je nach Kapitalgeber sehr unterschiedlich, da sich dieser auf spezielle Branchen fokussiert.

Hast du eine VC-Gesellschaft gefunden und sie investiert in dich, erhält diese nicht wie oft gedacht die Mehrheit des Unternehmens. Sie erwerben durch die Finanzierung Anteile am Unternehmen und sind dann Mitgesellschafter mit allen dazugehörenden Rechten und Pflichten. Meist erwerben die VC’s etwa 20 bis 35 Prozent des Unternehmens.

Neben der Finanzspritze erhalten die Start-ups – bei richtiger Auswahl der Gesellschaft – auch Branchenkenntnisse und Management-Erfahrung. Die neuen Gesellschafter sind auch daran interessiert, dass das Unternehmen Erfolg hat und unterstützt mit dessen Erfahrung und Wissen. Wenn Wissen und Expertise mit eingebracht wird, nennt man das auch „smart capital“, da wie gesagt nicht nur das Geld mit einfliesst.

Mein Tipp: Solltest du also Interesse an Venture Capital haben, dann solltest du dich erkundigen in welche Branchen der Venture Capital Geber investiert! Ich habe dir den Link zur Website des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften verlinkt, dort findest du viele Venture Capital Gesellschaften! Hier entlang! Die wirklich passende Venture Capital Gesellschaft zu finden ist nicht so einfach. Daher soll bei der nächsten Frage darum gehen, welche Start-ups für VC’s interessant sind.

Wann ist man für Venture Capital interessant?

Zunächst einmal investieren VC’s in der Regel etwa eine Summe von 100.000 Euro. Natürlich ist das sehr unterschiedlich und variiert mit jedem Kapitalgeber, jedoch liegt die Mindestsumme etwas bei Hunderttausend Euro und kann sich aber auch auf eine Viertel Millionen Euro steigern. Nach oben ist natürlich keine Grenze. Die Frage ist, welchen Typ von Start-up haben die VC’s im Visier?

Die Venture Capital Investoren investieren gerne in neue und vielversprechende Unternehmen. Dabei spielt der Grad der Innovation, der Einzigartigkeit und auch das Potential eine große Rolle. Gerne investieren sie in nicht börsennotierte Unternehmen, die technologieorientiert sind.

Hier habe ich dir das nochmal zusammengefasst:

• Deine Geschäftsidee ist innovativ, einzigartig und neu
• Der Markt deines Start-ups ist vielversprechend und wachsend
• Der USP (Unique Selling Proposition = Einzigartigkeit und hoher Nutzen) ist gegeben.
Dein Team. Eines der wichtigsten Faktoren!

In welcher Phase investieren Venture Capital Geber?

Die Investition kann allgemein in verschiedenen Stufen der Unternehmensphase passieren. Um die Unterschiede besser herauszustellen, möchte ich noch einmal auf die einzelnen Phasen eingehen und diese kurz vorstellen.

Diese Phasen werden auch „Stages“ genannt.

Die erste Phase nennt sich „Early Stage“

Diese Phase nennt man auch Seed Phase. In dieser Vor-Gründungsphase wird mit Hilfe von Seed Capital eine Ideenentwicklung, Forschung und Entwicklung sowie die Entwicklung von Prototypen finanziert. Das bedeutet, dass das Ziel dieser Phase ist, das Konzept bis zur Marktreife zu bringen.

Da in dieser Phase für einen VC’s Geber die geringsten Sicherheiten vorhanden sind, investieren die wenigsten in dieser Phase, da das Risiko des Scheitern zu hoch ist.
Nur mit einem hervorragendem Konzept und Ideen investieren die VC’s. Üblicher ist eine Unterstützung von Acceleratoren oder Business Angels.

Die zweite Phase ist bekannt als die „Early Stage“

Man findet auch andere Bezeichnungen im Netz, zum Beispiel die „Startup-Phase“ oder Gründungsphase.
In dieser befindest du dich, wenn dein Produkt fertiggestellt ist und nun weiteres Kapital zum Testen des Produktes bzw. zum Markteintritt benötigt wird. Mit diesem neuen Geld können nun Marketingzwecken und zum Ausbau der Produktion genutzt werden. Kurz gesagt bedeutet das, dass du hast ein fertiges Produkt vorweisen kannst und nun frisches Kapital benötigst um es zu vermarkten und zu verkaufen.

Das Risiko für den VC’s ist hier geringer als in der Seed Stage, da das Produkt bereits vorhanden ist. Es besteht dennoch ein großes Verlustrisiko, da der kommerzielle Erfolg auch in dieser Phase noch schwer einzuschätzen ist.

Mein Tipp: Besonders wichtig für VC’s in dieser Phase ist der Proof of Concept. Das bedeutet, dass es eindeutige Hinweise gibt, dass das Produkt auch einen richtigen Erfolg haben wird.

Die dritte Phase ist die „Later Stage“

Ins deutsche übersetzt ist das die Phase des ersten Wachstums bzw. der Expansion.

Hat sich dein Produkt erfolgreich behauptet und hast du die ersten Umsätze erzielt? Dann ist der nächste Schritt das Wachstum und Ausbau deiner Marktposition. Für dieses Wachstum benötigst du allerdings neue finanzielle Mittel.

Dabei solltest du bei den einzelnen Venture Capital Gesellschaften sehr genau sein und ihr Portfolio kennen – denn in dieser Phase sind spezialisierte VC- Fonds wichtig.
Mit der Finanzspritze werden Produktionskapazitäten ausgebaut und der Vertrieb verstärkt.

Das Risiko für den Kapitalgeber ist in dieser Phase sehr niedrig im Vergleich zu den beiden vorherigen Phasen. Für weniger Risiko muss der Venture Capital Geber allerdings auch mehr investieren.

Die vierte und letzte Phase ist der Exit.

Hier werden keine Investments und Beteiligungen getätigt, sondern die Kapitalgeber verkaufen ihre Anteile wieder an die Gründer oder ein anderer, finanzkräftiger Investor steigt in die Firma ein oder aber das Unternehmen wird an ein anderes bestehendes Unternehmen verkauft.

Wie überzeuge ich Venture Capital Geber?

Du hast eine passende Venture Capital Gesellschaft gefunden? Glückwunsch, das heisst du hast schon viel Arbeit investiert und recherchiert!Neben den oben genannten Faktoren, wie zum Beispiel ein überzeugends Geschäftsmodell am besten eines mit USP und einer neuartigen Herangehensweise und gewissem Innovationsgrad, sind noch weitere Fakten für ein Venture Capital Unternehmen wichtig.

Wie bei allen anderen Situationen ist der erste Eindruck enorm wichtig. Für dich heißt das genau gesagt, dass du eine überzeugende Präsentation. Zum Beispiel in Form eines herausstechenden Pitch Decks oder eines Elevator Pitches. Den Pitch Deck schauen sich die Investoren in der Regal als erstes an, da er die wichtigen Informationen enthält und kürzer als ein Business Plan ist.

Wobei wir schon beim zweiten Punk sind, der Business Plan. Den Business Plan solltest du sorgfältig anfertigen. Bei der Prüfung des Businessplans achtet das Venture Capital Unternehmen sehr stark auf die Executive Summary und natürlich den Finanzplan.

Welche bekannten Venture Capital Gesellschaften gibt es in Deutschland?

Ich liste dir hier 4 verschiedene Venture Capital Geber aus Deutschland auf:

1. HTGF (High-Tech-Gründerfond)

  • aus Bonn
  • mit Fokus auf technologische Unternehmen, die in Bereich Forschung aktiv sind.
  • bekannte Unternehmen: Mister Spex, Outfittery, windeln.de, 99chairs

2. Acton

  • aus München
  • investiert in Unternehmen aus dem Bereich Consumer Commerce
  • bekannte Unternehmen: windeln.de, Home24, Molox, Etsy

3. Point nine

  • aus Berlin
  • Frühphasen-Investor
  • investieren in die Bereiche Software as a Service (SaaS), E-Commerce und Mobile
  • bekannte Unternehmen: Westwing, Marley Spoon

4. WestTech

  • aus Berlin
  • Frühphaseninvestor (Pre-Seed und Seed-Phase)
  • Schwerpunkt im Bereich Software, Technik und Medien
  • bekannte Unternehmen: Edition F, BookaTiger

Im letzten Beitrag sprachen wir über Meilensteine, die einen wesentlichen Faktor bei der Finanzierung eines Startups darstellen. Heute wollen wir uns damit beschäftigen, wie man diese Meilensteine auswählen sollte. Wie funktioniert Risikoidentifikation und wie können wir die Risiken aus dem Weg räumen?

Risikoidentifikation & frühzeitige Bekämpfung

Neben der Meilenstein-Finanzierung ist daher auch eine Risikobegrenzungsstrategie äußerst relevant. Das Ziel: Identifiziere das Risiko und bekämpfe es! Sowohl für Investoren als auch für Unternehmer spielt es eine große Rolle, Risiken frühzeitig zu analysieren und mit dem ersten verfügbaren Geld bereits anzugreifen. Wenn man diese erste Risikohürde überwunden hat, wird der Investor investieren. Du musst mit den Risiken in deiner Branche schonungslos ehrlich sein und sie unbedingt so früh wie möglich beseitigen. Mit der Risikobegrenzungsstrategie werden die Unternehmensgefahren minimiert und der Unternehmenswert gesteigert.

Die 4 Hauptrisiken

In technischen Unternehmen unterscheid man regelmäßig vier verschiedene Risikoarten:

Marktrisiko

Marktrisiko beschreibt das Risiko, ob ein Kunde das Produkt wirklich will. Oftmals werden Produkte entwickelt und wenn sie fertiggestellt sind, an die Kunden übergeben. Problematisch wird es, wenn der Kunde das Produkt nicht will. Um Risikoidentifikation schon frühzeitig betreiben zu können, sollten Prototypen entwickelt werden und Kundenbefragungen durchgeführt werden. Nur so kannst Du die die tatsächlichen Bedürfnisse der Kundschaft verstehen.

Viele Unternehmen scheitern, weil sie das Marktrisiko nicht beachten.

Es gibt zwei verschiedene Formen des Marktrisikos:

  1. Der Kunde will das Produkt nicht, weil er es nicht braucht.
  2. Der Kunde will das Produkt nicht, weil er noch nicht bereit dafür ist.

Erst wenn Du ausreichend Einnahmen, d.h. kaufende Kundschaft, hast, wird das Marktrisiko vollständig verschwinden. Dafür ist es von Anfang an wichtig, mit den Kunden zu sprechen und herauszufinden, ob sie das Produkt wirklich brauchen und wollen und wie viel sie bereit sind, dafür zu bezahlen. (Weitere Infos auch im Blogartikel „Startup gründen: Die 4 wichtigsten Hausaufgaben vor deinem Business und Product Launch“)

Technisches Risiko

Das Technische Risiko betrifft die Frage, ob die Technologie deines Unternehmens funktioniert. Kannst Du ein Atom spalten? Ein Gen auftrennen? Knacke den Code!

Menschliches Risiko

Das menschliche Risiko befasst sich mit der Frage, ob das Management-Team vollständig ist und die notwendige Erfahrung und Kompetenz hat, um gemeinsam effektiv zusammenzuarbeiten. Es kann außerdem die Gefahr darstellen, unqualifiziertes Personal einzustellen.

Finanzielles Risiko

Ein finanzielles Risiko besteht beispielsweise dann, wenn du in einer Branche bist, in die nur wenige Investoren investieren. Dann könntest Du finanzielle Probleme bekommen.

Deshalb solltest Du dich immer Fragen, wo die Risiken in deinem Unternehmen liegen. Vielleicht ist es die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen? Oder die verwendete Technik? Oder vielleicht ist der Markt noch nicht bereit für dein Produkt? Du musst ausreichend Risikoidentifikation betreiben, um das Risiko klein zu halten. Am besten bereits von Anfang an. Gebe den Risiken eine Dimension und versuche sie zu eliminieren!

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