bootstrapping

Bootstrapping

Bootstrapping – So können junge Unternehmen bares Geld sparen & organisch wachsen

Aufgrund von relativ hohen Aufwänden und gleichzeitig geringen Umsätzen agieren Startups in den Frühphasen der Gründung unrentabel und vermelden zwangsweise Verluste. Gründer haben deshalb häufig keine andere Wahl als externe Kapitalgeber um finanzielle Unterstützung zu bitten. Alternativ man jedoch auch Kosten reduzieren, um die Liquidität der eigenen Unternehmung kurzfristig zu sichern. Nicht nur im Zuge des Lean Startup-Ansatzes, welcher die Verschlankung aller Unternehmensprozesse forciert, stellt Bootstrapping hierbei eine der beliebtesten Methoden dar. Sie soll jungen Startups helfen, Kosten zu sparen und die eigene Unabhängigkeit zu bewahren.

Der Begriff „Bootstrapping“ („sich die Schuhe enger schnüren“ bzw. „sich aus eigener Kraft hocharbeiten“) bezeichnet die Finanzierung mit eigenen Mitteln. Sie bezieht sich auf die Knappheit an finanziellen Ressourcen und die damit stark begrenzten Möglichkeiten im Rahmen der Unternehmensgründung. Durch diesen Ansatz soll es ermöglicht werden, benötigtes Kapital auch ohne langfristige, finanzielle Mittel seitens externer Kapitalgeber, zu erlangen.

Bootstrapping als Methode der Selbstfinanzierung

Bootstrapping ist eine Mischform der Außen- und Eigenfinanzierung. Startups greifen häufig auf die Selbstfinanzierung mit vorhandenem Eigenkapital (Bootstrapping) oder das Geld von Familien, Freunden und Verwandten zurück. Unternehmer stehen hierbei vor der Wahl, autonom am Markt agieren zu können oder alternativ auf eine Vielzahl externer Kapitalgeber zurückzugreifen, um neben finanziellen Mitteln auch unternehmerische Expertise einzuwerben.

Methoden des Bootstrappings

Es gibt verschiedene Auslegungen über die praktische Umsetzung des Bootstrapping-Ansatzes. Als gemeinsamer Nenner dieser Methoden kann die Unterteilung in erlösmaximierende und kostensenkende Maßnahmen festgehalten werden.

Sie lassen sich wiederum in interne und externe Methoden unterteilen. Diese beziehen sich auf das Zusammenspiel mit Anspruchsgruppen gegenüber dem Unternehmen. Interne Anspruchsgruppen sind etwa Mitarbeiter, Anteilseigner und das Management, während als externe Stakeholder andere Unternehmen, Freunde, Familie, der Staat, Lieferanten, Kunden und Investoren angeführt werden können.

Aufgrund des gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnisses zwischen jungen Wachstumsunternehmen und Kunden, Lieferanten, aber auch anderen Unternehmen, spricht man deshalb oftmals von „Relationship Capital“ gesprochen. Die gute Beziehung zu diesen Geschäftspartnern kann neben der finanziellen Ersparnis, auch zum Aufbau neuer Geschäftskontakte dienen.

Vorteile von Bootstrapping

Die Unabhängigkeit von externen Kapitalgebern stellt den größten Vorteil des Bootstrapping-Ansatzes dar. So hilft Bootstrap Financing Wachstumsunternehmen folglich, durch kosteneffizienteres Handeln die eigene Entscheidungsmacht zu behalten. Denn somit werden keine externen Gläubiger mit etwaigen Mitspracherechten eingeworben.

Ebenso liegt keine Zweckbindung vor, weshalb Gründer frei über die zur Verfügung gestellten Mittel entscheiden können. Weiterhin stärkt die Selbstfinanzierung zudem die Liquidität und die Eigenkapitalbasis. Hierdurch wird die Krisenanfälligkeit vermindert und die Kreditwürdigkeit des Start-ups gestärkt.

Außerdem entfallen organisatorische Aufwände wie etwa zeitaufwendige Berichte über aktuelle Geschäftsentwicklungen. Da keinen Investoren gegenüber Rechenschaft abgelegt werden muss, können sich Gründer komplett darauf konzentrieren, die operative Geschäftstätigkeit aufzunehmen. Somit können sie frühmöglich einen positiven Cash-Flow anpeilen. Vor allem bei web-basierten Start-ups können Gründer so schnell das eigene Konzept auf die Probe stellen und testen, ob eine grundsätzliche Nachfrage existiert.

Dadurch können generelle Rahmenbedingungen geklärt werden, bevor ein skalierbares Geschäftsmodell weiterentwickelt wird. Weiterhin bedeutet die alleinige Unternehmensführung auch, dass bei Erreichen der Gewinnzone alle so entstandenen Kapitalzuflüsse komplett dem Gründer zustehen. Gleichermaßen hilft Bootstrapping auch Verlustrisiken einzugrenzen. Da nur auf eigene Mittel zurückgegriffen wird, fällt gegenüber externen Investoren keine Haftung im Falle eines etwaigen Scheiterns an. Bei einem wirtschaftlichen Misserfolg geht folglich nur das ursprünglich eingesetzte Privatkapital verloren.

Nachteile von Bootstrapping

Der größte Nachteil durch Beschränkung auf eigene finanzielle Mittel ist die stark begrenzte Geldmenge. Diese schränkt Gründer im Unternehmensalltag ein, was in einem begrenzten Handlungsspielraum resultiert. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, schnell einen positiven Cash Flow zu erzielen, um das Überleben des Start-ups langfristig zu sichern. Aus Unternehmersicht kann dies zu Stress und unüberlegten Handlungen führen, die dem Unternehmen nachhaltig schaden könnten.

Im Zuge der Betrachtung der Unternehmensfinanzierung als Stufenmodell, bei der die aktuelle positive Geschäftslage als Basis für andere externe Finanzierungsmöglichkeiten dient, birgt der alleinige Fokus auf Bootstrapping jedoch auch Gefahren. Vor allem spätere Lebenszyklusphasen des Start-ups, bei der Gründer den exponentiell wachsenden Finanzbedarf nicht mehr decken können, erfordern die Notwendigkeit externer Investitionen.

Mangelnde Erfahrung aufgrund fehlender Lerneffekte bei der Aufnahme bzw. im Umgang mit externen Kapitalgebern kann sich deshalb bei der späteren Investorensuche als kritischer Faktor herausstellen. Zudem sollte man bedenken, dass externe Investoren oftmals neben finanziellen Mitteln auch operative Expertise mit einbringen und Kontakte herstellen. Das erleichtert den Arbeitsalltag enorm.

Das strikte Befolgen des Bootstrapping-Ansatzes und die daraus folgende Ablehnung externer Unterstützung kann sich nachteilig auf den Unternehmenserfolg auswirken, da sich Unternehmer exzessiv limitieren. Einzelne Methoden des Bootstrappings können darüber hinaus die Aufnahme externen Kapitals erschweren. Durch Factoring oder das Nichtvorhandensein von Geschäftsausstattung fehlen Unternehmen Sicherheiten. Überzogene Sparmaßnahmen gefährden somit langfristig das externe Finanzierungspotenzial, da kaum monetär bewertbare Sicherheiten vorhanden sind.

Fazit

Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten der Innenfinanzierung durch eigene Ersparnisse, eignet sich Bootstrapping in den Frühphasen einer Gründung. Oftmals aufgrund mangelnder Finanzierungsalternativen - zum organischen und nachhaltigen Wachstum.

Im späteren Lebensverlauf sind Unternehmen jedoch auf zusätzliche Investoren angewiesen. Einerseits um den Unternehmensfortbestand, aber auch um exponentielle Wachstum zu sichern. Hierzu gilt es vor allem die Eigenkapitalbasis der Gründer, welche in der Seed-Phase häufig deutlich reduziert wurde, zu stärken. Dadurch steigt die Bonität des Unternehmens aus Sicht potenzieller Investoren, was die Aufnahme von Kapital erleichtert.

Nur durch zusätzliche Marktanteile können Start-ups im Wettbewerb bestehen und steigende Gewinne erzielen. Es stellt sich jedoch die Frage, in welchem Ausmaß man Bootstrapping-Methoden nutzen sollte. Gleichwohl eignen sich die hier vorgestellten Methoden - in begrenztem Maß - über den gesamten Entwicklungsprozess eines Unternehmens hinweg, um die eigene Liquidität zu verbessern. Bootstrapping ist folglich nicht an eine Phase im Unternehmenslebenszyklus gebunden. Es kann über das ganze Bestehen hinweg eingesetzt werden.

 


Selbstfinanzierung

Selbstfinanzierung – Der mutige Schritt, dein Unternehmen ganz alleine großzuziehen

Finanzierung ist in der Finanzwirtschaft der dritte Bereich und reiht sich neben Investition und Risikomanagement. Es wird in zwei Finanzierungsarten, nämlich in die Innen- und Außenfinanzierung, aufgeteilt. Bei der Innenfinanzierung bzw. Selbstfinanzierung bildest du dein Kapital nur durch dein eigenes Unternehmen, während du bei der Außenfinanzierung auf Kapitalzuführung von z.B. der Bank zurückgreifst.

Generell ist es notwendig für dein Unternehmen zuallererst das notwendige Kapital aufzubringen, um gewinnbringend investieren zu können. Dein Unternehmen hat einen sogenannten Kapitalbedarf, den es nicht bloß einmalig zu erreichen gilt, sondern laufend. Und da wird es spannend. Es gibt nämlich entweder die Finanzierung deines Unternehmens über Eigen- oder über Fremdkapital.

Eine kleine Einführung in die Selbstfinanzierung

Die Selbstfinanzierung ist der Innenfinanzierung untergeordnet und gehört zur Eigenfinanzierung, weil der Gewinn niemandem außer dir als Unternehmensinhaber zusteht. Fachsprachlich bezeichnet man das auch „Gewinnthesaurierung“. Du als Gründer verwendest also zu Beginn deiner Selbstständigkeit dein eigenes Geld, um dein Unternehmen zu finanzieren.

Dadurch wird dann im Laufe der Zeit dein Eigenkapital unterstützt und ein sicheres Fundament für späteres Fremdkapital geschaffen. Grundlegend handelt es sich bei Selbstfinanzierung um die Nutzung vorhandener Geld-und Vermögensressourcen. Dadurch, dass du dein Unternehmen selbst mit Anfangskapital ausstattest, hast du keinen Bedarf an Fremdmitteln und bist finanziell vollkommen unabhängig.

Wenn dein Unternehmen einen guten bis sehr guten Geschäftsverlauf aufweist, dann kannst du die von dir erbrachten Privateinlage wieder entnehmen, was  deine Privatanlage neutralisiert.

Man teilt die Selbstfinanzierung in die stille (oder auch genannt „verdeckte“) Selbstfinanzierung und die offene Selbstfinanzierung auf. Diese beiden Formen der Selbstfinanzierung unterscheiden sich deutlich.

 

Was ist unter offener Selbstfinanzierung zu verstehen?

Bereits versteuerte Bilanzgewinne, also alle Gewinne vom vergangenen Geschäftsjahr, werden bei der offenen Selbstfinanzierung von deinem Unternehmen einbehalten. Der gesamte Gewinn fließt in die Eigenkapital- oder Rücklagenkonten. So erhöht sich das Eigenkapital von Personengesellschaften und Einzelunternehmen.

In zwei aufeinanderfolgenden Jahren vergleicht dein Bilanzleser die Höhe deines Eigenkapitals, wodurch der Umfang der offenen Selbstfinanzierung ermittelt wird. Hierbei müssen Entnahmen und Einlagen berücksichtigt werden. Außerdem zu beachten sind Kapitalherabsetzungen, sowie Kapitalerhöhungen.

Kapitalgesellschaften schütten sich ihre Gewinne nicht aus, sondern behalten sie in ihrem Unternehmen ein. Wie hoch der Betrag der einzubehaltenden oder auszuschüttenden Gewinne ist, entscheiden die Unternehmensinhaber, bzw. Gesellschafter selbst. Wenn du deinen Rücklagenbreitag für Finanzierungen benötigst, kannst du diesen jederzeit in Anspruch nehmen.

Das Ganze hat vor allem den Vorteil, dass keine Kredit-oder Zinskosten entstehen und dementsprechend die Zahlungsfähigkeit deines Unternehmens erhalten bleibt. Außerdem gilt, je höher der Wert deines Eigenkapitales ist, desto Kreditwürdiger gilt dein Unternehmen bei Banken.

 

Was ist unter stiller Selbstfinanzierung zu verstehen?

Wie der Name schon beschreibt, bezieht sich die stille Selbstfinanzierung auf stille Reserven oder stille Rücklagen. Das hat den Hintergrund, dass der ausgewiesene Gewinn oder der Jahresüberschuss reduziert wird. Unter stillen Reserven versteht man nicht erkennbare Differenzen zwischen dem Buchwert und einem über dem Buchwert liegenden Marktwert des Unternehmens. Sie entstehen entweder durch Unterbewertung von Vermögen oder durch Überbewertung von Verbindlichkeiten.

Es gibt verschiedene Gründe, warum stille Reserven entstehen. Darunter gehören Geldwertveränderungen, Preisschwankungen, Korrekturen von Schätzungsfehlern bei Abschreibungen, Rückstellungen oder Wertberichtigungen. Außerdem ist ein weiterer Grund für eine stille Selbstfinanzierung der gesetzliche Ermessensspielraum von Bewertungsvorschriften.

Stille Reserven sind verdeckt, das heißt sie müssen mit Hilfe von weiteren Informationen oder durch Interpretationen der Bilanzposition aufgedeckt werden.
Anders als bei der offenen Selbstfinanzierung belastet die stille Selbstfinanzierung das Firmenkonto. Die sogenannte Liquidität (Zahlungsfähigkeit) des Unternehmens wird eingeschränkt, da Buchwerte zu Geld gemacht werden, aber kein Vermögen auf dem Konto zur Verfügung steht.

Ein gängiges Beispiel der stillen Selbstfinanzierung wäre die Anschaffung eines Firmenwagens.

 

Was hat der Begriff Bootstrapping mit der Selbstfinanzierung zutun?

Wenn man von Bootstrapping spricht, meint man damit eine Finanzierungsform der Unternehmensgründung. Hierbei wird statt auf externe Finanzierung, ausschließlich auf eigenständige Finanzierung zurückgegriffen, um das Unternehmen aufzubauen. Also eine Methode der Selbstfinanzierung.

 

Wie funktioniert Bootstrapping?

Um es einfach zu formulieren, kannst du es dir so vorstellen: Du verdienst Geld, aber du verwendest es direkt dafür, mehr Geld zu verdienen, anstatt es dir auszuzahlen. Deinen Gewinn investierst Du in Projekte, die dich und dein Unternehmen grundlegend wachsen lassen.

Wenn du dich dafür entscheidest Bootstrapping als dein Finanzierungskonzept zu wählen, musst du mit einem begrenzten Budget klarkommen, sowie mit einem engen Zeitplan und knappen Ressourcen.

Das bedeutet, dass man als Gründer möglichst schnell in das operative Geschäft einsteigen sollte. Es gilt schleunigst den sogenannten „Break Even“ zu erreichen. Der Break Even beschreibt den Zeitpunkt, an dem dein Unternehmen genau so viele Einnahmen wie Ausgaben hat, also genaugenommen die „Gewinnschwelle“. Danach sollte dein Ziel sein, einen positiven Geldfluss innerhalb deines Geschäftsjahres zu erreichen. Das nennt sich übrigens einen positiven Cashflow. Das wimmelt hier ja nur so von Fachbegriffen. ;)

Jedenfalls ist es wichtig für dich als Gründer zu wissen, dass  Bootstrapping erst thematisiert werden sollte, wenn es ausschließlich um die finanziellen Mittel der Unternehmung geht. Die Kosten sollten durchgängig minimiert werden. Das bedeutet für dich vor allem, dass es sehr anstrengend wird. Aber wie so oft wird sich die Mühe höchstwahrscheinlich auszahlen!
Allgemein gilt es, Selbstfinanzierung als Finanzierungsart nur in wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten zu wählen.

 

Was hat Bootstrapping für positive Aspekte?

Bootstrapping hat vor allem den Vorteil, dass du als Gründer von Anfang an lernst, dass man sparsam und effektiv wirtschaften muss, um ein Unternehmen aufzubauen. Es kommt bei Investoren sehr gut an, wenn ein Startup darauf verweisen kann, dass es sich aus eigener Kraft finanziert hat.

Bootstrapping benötigt also das richtige Maß an Sparsamkeit und einem Talent zur Personalpolitik und Produktentwicklung. Außerdem ist es von Vorteil, wenn man Outsourcing betreibt. Das bedeutet Arbeitsbereiche oder Teile davon einer anderen Firma zu übergeben und dadurch Kosten zu sparen.

 

Wie sollte ein Unternehmer vorgehen?

Die meist geratene Vorgehensweise besagt, dass man mit Eigenkapital starten und mit Selbstfinanzierung ausbauen sollte. Die ersten 3 bis 5 Jahre sollten Überschüsse im Unternehmen belassen werden. Denn das stärkt das Unternehmen in Substanz, Bonität und Leistungsfähigkeit.