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Selbstfinanzierung – Der mutige Schritt, dein Unternehmen ganz alleine großzuziehen

Finanzierung ist in der Finanzwirtschaft der dritte Bereich und reiht sich neben Investition und Risikomanagement. Es wird in zwei Finanzierungsarten, nämlich in die Innen- und Außenfinanzierung, aufgeteilt. Bei der Innenfinanzierung bzw. Selbstfinanzierung bildest du dein Kapital nur durch dein eigenes Unternehmen, während du bei der Außenfinanzierung auf Kapitalzuführung von z.B. der Bank zur...

Autor Christoph Gärtner
von Christoph Gärtner
28. November 2016

Finanzierung ist in der Finanzwirtschaft der dritte Bereich und reiht sich neben Investition und Risikomanagement. Es wird in zwei Finanzierungsarten, nämlich in die Innen- und Außenfinanzierung, aufgeteilt. Bei der Innenfinanzierung bzw. Selbstfinanzierung bildest du dein Kapital nur durch dein eigenes Unternehmen, während du bei der Außenfinanzierung auf Kapitalzuführung von z.B. der Bank zurückgreifst.

Generell ist es notwendig für dein Unternehmen zuallererst das notwendige Kapital aufzubringen, um gewinnbringend investieren zu können. Dein Unternehmen hat einen sogenannten Kapitalbedarf, den es nicht bloß einmalig zu erreichen gilt, sondern laufend. Und da wird es spannend. Es gibt nämlich entweder die Finanzierung deines Unternehmens über Eigen- oder über Fremdkapital.

Eine kleine Einführung in die Selbstfinanzierung

Die Selbstfinanzierung ist der Innenfinanzierung untergeordnet und gehört zur Eigenfinanzierung, weil der Gewinn niemandem außer dir als Unternehmensinhaber zusteht. Fachsprachlich bezeichnet man das auch „Gewinnthesaurierung“. Du als Gründer verwendest also zu Beginn deiner Selbstständigkeit dein eigenes Geld, um dein Unternehmen zu finanzieren.

Dadurch wird dann im Laufe der Zeit dein Eigenkapital unterstützt und ein sicheres Fundament für späteres Fremdkapital geschaffen. Grundlegend handelt es sich bei Selbstfinanzierung um die Nutzung vorhandener Geld-und Vermögensressourcen. Dadurch, dass du dein Unternehmen selbst mit Anfangskapital ausstattest, hast du keinen Bedarf an Fremdmitteln und bist finanziell vollkommen unabhängig.

Wenn dein Unternehmen einen guten bis sehr guten Geschäftsverlauf aufweist, dann kannst du die von dir erbrachten Privateinlage wieder entnehmen, was  deine Privatanlage neutralisiert.

Man teilt die Selbstfinanzierung in die stille (oder auch genannt „verdeckte“) Selbstfinanzierung und die offene Selbstfinanzierung auf. Diese beiden Formen der Selbstfinanzierung unterscheiden sich deutlich.

 

Was ist unter offener Selbstfinanzierung zu verstehen?

Bereits versteuerte Bilanzgewinne, also alle Gewinne vom vergangenen Geschäftsjahr, werden bei der offenen Selbstfinanzierung von deinem Unternehmen einbehalten. Der gesamte Gewinn fließt in die Eigenkapital- oder Rücklagenkonten. So erhöht sich das Eigenkapital von Personengesellschaften und Einzelunternehmen.

In zwei aufeinanderfolgenden Jahren vergleicht dein Bilanzleser die Höhe deines Eigenkapitals, wodurch der Umfang der offenen Selbstfinanzierung ermittelt wird. Hierbei müssen Entnahmen und Einlagen berücksichtigt werden. Außerdem zu beachten sind Kapitalherabsetzungen, sowie Kapitalerhöhungen.

Kapitalgesellschaften schütten sich ihre Gewinne nicht aus, sondern behalten sie in ihrem Unternehmen ein. Wie hoch der Betrag der einzubehaltenden oder auszuschüttenden Gewinne ist, entscheiden die Unternehmensinhaber, bzw. Gesellschafter selbst. Wenn du deinen Rücklagenbreitag für Finanzierungen benötigst, kannst du diesen jederzeit in Anspruch nehmen.

Das Ganze hat vor allem den Vorteil, dass keine Kredit-oder Zinskosten entstehen und dementsprechend die Zahlungsfähigkeit deines Unternehmens erhalten bleibt. Außerdem gilt, je höher der Wert deines Eigenkapitales ist, desto Kreditwürdiger gilt dein Unternehmen bei Banken.

 

Was ist unter stiller Selbstfinanzierung zu verstehen?

Wie der Name schon beschreibt, bezieht sich die stille Selbstfinanzierung auf stille Reserven oder stille Rücklagen. Das hat den Hintergrund, dass der ausgewiesene Gewinn oder der Jahresüberschuss reduziert wird. Unter stillen Reserven versteht man nicht erkennbare Differenzen zwischen dem Buchwert und einem über dem Buchwert liegenden Marktwert des Unternehmens. Sie entstehen entweder durch Unterbewertung von Vermögen oder durch Überbewertung von Verbindlichkeiten.

Es gibt verschiedene Gründe, warum stille Reserven entstehen. Darunter gehören Geldwertveränderungen, Preisschwankungen, Korrekturen von Schätzungsfehlern bei Abschreibungen, Rückstellungen oder Wertberichtigungen. Außerdem ist ein weiterer Grund für eine stille Selbstfinanzierung der gesetzliche Ermessensspielraum von Bewertungsvorschriften.

Stille Reserven sind verdeckt, das heißt sie müssen mit Hilfe von weiteren Informationen oder durch Interpretationen der Bilanzposition aufgedeckt werden.
Anders als bei der offenen Selbstfinanzierung belastet die stille Selbstfinanzierung das Firmenkonto. Die sogenannte Liquidität (Zahlungsfähigkeit) des Unternehmens wird eingeschränkt, da Buchwerte zu Geld gemacht werden, aber kein Vermögen auf dem Konto zur Verfügung steht.

Ein gängiges Beispiel der stillen Selbstfinanzierung wäre die Anschaffung eines Firmenwagens.

 

Was hat der Begriff Bootstrapping mit der Selbstfinanzierung zutun?

Wenn man von Bootstrapping spricht, meint man damit eine Finanzierungsform der Unternehmensgründung. Hierbei wird statt auf externe Finanzierung, ausschließlich auf eigenständige Finanzierung zurückgegriffen, um das Unternehmen aufzubauen. Also eine Methode der Selbstfinanzierung.

 

Wie funktioniert Bootstrapping?

Um es einfach zu formulieren, kannst du es dir so vorstellen: Du verdienst Geld, aber du verwendest es direkt dafür, mehr Geld zu verdienen, anstatt es dir auszuzahlen. Deinen Gewinn investierst Du in Projekte, die dich und dein Unternehmen grundlegend wachsen lassen.

Wenn du dich dafür entscheidest Bootstrapping als dein Finanzierungskonzept zu wählen, musst du mit einem begrenzten Budget klarkommen, sowie mit einem engen Zeitplan und knappen Ressourcen.

Das bedeutet, dass man als Gründer möglichst schnell in das operative Geschäft einsteigen sollte. Es gilt schleunigst den sogenannten „Break Even“ zu erreichen. Der Break Even beschreibt den Zeitpunkt, an dem dein Unternehmen genau so viele Einnahmen wie Ausgaben hat, also genaugenommen die „Gewinnschwelle“. Danach sollte dein Ziel sein, einen positiven Geldfluss innerhalb deines Geschäftsjahres zu erreichen. Das nennt sich übrigens einen positiven Cashflow. Das wimmelt hier ja nur so von Fachbegriffen. 😉

Jedenfalls ist es wichtig für dich als Gründer zu wissen, dass  Bootstrapping erst thematisiert werden sollte, wenn es ausschließlich um die finanziellen Mittel der Unternehmung geht. Die Kosten sollten durchgängig minimiert werden. Das bedeutet für dich vor allem, dass es sehr anstrengend wird. Aber wie so oft wird sich die Mühe höchstwahrscheinlich auszahlen!
Allgemein gilt es, Selbstfinanzierung als Finanzierungsart nur in wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten zu wählen.

 

Was hat Bootstrapping für positive Aspekte?

Bootstrapping hat vor allem den Vorteil, dass du als Gründer von Anfang an lernst, dass man sparsam und effektiv wirtschaften muss, um ein Unternehmen aufzubauen. Es kommt bei Investoren sehr gut an, wenn ein Startup darauf verweisen kann, dass es sich aus eigener Kraft finanziert hat.

Bootstrapping benötigt also das richtige Maß an Sparsamkeit und einem Talent zur Personalpolitik und Produktentwicklung. Außerdem ist es von Vorteil, wenn man Outsourcing betreibt. Das bedeutet Arbeitsbereiche oder Teile davon einer anderen Firma zu übergeben und dadurch Kosten zu sparen.

 

Wie sollte ein Unternehmer vorgehen?

Die meist geratene Vorgehensweise besagt, dass man mit Eigenkapital starten und mit Selbstfinanzierung ausbauen sollte. Die ersten 3 bis 5 Jahre sollten Überschüsse im Unternehmen belassen werden. Denn das stärkt das Unternehmen in Substanz, Bonität und Leistungsfähigkeit.

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