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Autor Christoph Gärtner
von Christoph Gärtner
23. September 2017

E-Commerce gründen – Das musst Du wissen!

In dieser Artikel widme ich mich intensiv dem Thema: Gründung von E-Commerce bzw. eines Online-Shops. Schritt für Schritt zeige ich Dir alles was es zu beachten gibt und wo mögliche Fallstricke auf Dich warten können. Einen Online-Vertrieb aufzubauen ist in der Regel eine kostengünstige Variante in den Einstieg des Handels und für viele Menschen mehr als eine Überlegung wert. Es gilt jedoch vieles im Vorhinein zu bedenken und zu berücksichtigen, damit der Ausflug in die Welt des E-Commerce nicht zu einer Bruchlandung verkommt, sondern eine echte Erfolgsgeschichte wird. Diese dreiteilige Serie, zur Gründung eines Online-Vertriebs, wird nahezu alle wichtigen Fragen und Informationen zum Thema Online-Shop beantworten, damit Du bestmöglich auf Deinen Start vorbereitet wirst!

E-Commerce, was den Vertrieb von Dienstleistungen und Produkten über das Internet bezeichnet, wächst und wächst und das Wachstum wird auch in absehbarer Zukunft nicht abreißen, auch weil die Online-Affinität der Menschen stetig weiter zunimmt. Mit dieser steigenden Online-Affinität geht unweigerlich eine verstärkte Kaufbereitschaft über das Internet einher. Es ist wegen dieses unaufhaltsamen Trends nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen sich die Frage stellen, wie sie von diesem immer weiter wachsenden Geldtopf etwas für sich herausschlagen können. Aus diesem Grund liegt die Überlegung nicht fern einen eigenen Online-Shop zu gründen, um ebenfalls Profiteur dieses Trends zu sein.

Dafür empfiehlt es sich jedoch als Grundvoraussetzung, welche es zu bedenken gilt, dass eine gewisse Neigung zum Medium Internet vorhanden sein sollte. Denn alles, was Du an technischen Fähigkeiten nicht mit Dir bringst, muss später kontinuierlich outgesourct werden oder es müssen Mitarbeiter eingestellt werden, welche Deine Defizite ausgleichen. Dies ist zwar keine K. O. Kriterium, weil Du mit einer guten Idee immer noch unglaublich durchstarten kannst, jedoch sind beide anderen Lösungen unweigerlich eine Frage des Geldes.

E-Commerce – Die Vorteile

Es gibt zahlreiche Vorteile, welche für die Gründung bzw. generell für einen Online-Vertrieb sprechen. Im Folgenden nenne ich Dir einige der stärksten Vorteile, welche für einen Online-Vertrieb statt einen Offline-Vertrieb sprechen. Bei einem Offline-Vertrieb sind die Hürden für einen Einkauf der Kunden unglaublich viel höher, als bei einem Online-Vertrieb z . B. muss man den Laden aufsuchen vs. der Laden kommt zu mir in mein Wohnzimmer bzw. ist immer auf meinem Smartphone bei mir. Lediglich durch ein paar Klicks können arglos im Internet Surfende zu Deinen glücklichen Kunden werden, indem sie auf Dich stoßen und so zu einem Produkt gelangen, welches ihnen einen echten Mehrwert liefert. Menschen haben unterschiedliche Leben und Tagesrhythmen, deswegen ist aus Kundensicht das beste Geschäft jenes, welches dann für sie erreichbar ist, wenn es in ihren Tagesplan/-rhythmus passt. Ein schlagender Vorteil von Online-Shops ist demnach auch, dass sie keine Öffnungszeiten haben.

Der Produktvertrieb über das Internet bietet darüber hinaus den großartigen Vorteil, dass man eine riesige Masse Menschen erreichen kann und das Ganze geht so einfach wie nie zuvor. Im Vergleich zu einem Laden, welchen Du an einem fest Ort betreibst, ist Deine potentielle Kundenschafft im Internet nahezu grenzenlos. Des Weiteren bietet der Online-Handel eine Vielzahl von Bezahlmöglichkeiten an, wodurch für jeden Kunden die präferierte Bezahloption vorhanden ist. Ein weiterer großer Pluspunkt besteht darin, dass der Einstieg in diese Vertriebsform verhältnismäßig günstig ist, zumindest besteht die Möglichkeit eines günstigen Einstiegs. Natürlich kann so ein Projekt, wenn das nötige Kapital da ist, auch sehr schnell in die Millionen gehen, dies ist jedoch ein anderes Thema.

E-Commerce-Erfolg durch Innovation

Das Internet ist heutzutage voll und zwar nicht nur voll mit Diesem und Jenem, vielmehr ist es voll mit nahezu Allem. Das ist nicht einfach nur so dahingesagt, denn es soll auf ein ernstes Problem aufmerksam machen, vor dem jeder steht, der einen Online-Vertrieb aufbauen will. Viele Märkte sind übersättigt und viele Bereiche sind längst abgegrast oder schon lange von riesigen Unternehmen eingenommen, wodurch kaum einer mehr einen Fuß wird hereinbekommen können. Da die Ausgangslage deswegen nicht unbedingt die Günstigste ist, benötigst Du etwas womit Du Dich am Markt durchsetzen kannst. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit besteht darin, dass du bereits Bestehendes aber dafür völlig anders machst. Indem du neue Konzepte und neue Ideen umsetzt und so eigentlich Altes neu denkst, kannst Du Dich möglicherweise von Deinen Mitbewerbern abgrenzen und (potentielle) Kunden überzeugen.

Weitere Möglichkeiten wären z. B., wenn Du ein Produkt selbst entwickelt hast und dieses herstellen lässt und vertreibst oder Du generell z. B. aufgrund Deiner handwerklichen Geschicklichkeit Dinge selbst produzierst, welche Dir so schnell keiner nachmachen kann.

Darüber hinaus ist es häufig eine gute und naheliegende Wahl, auf eine Nische zu setzen bzw. diese auszufüllen. In Nischen ist die Konkurrenz wesentlich kleiner und im Gegensatz zu dem breiten Massenmarkt gibt es dort für Dich möglicherweise noch einiges zu holen. Einen spannenden Link zu einem Artikel, welcher dir Schritt für Schritt das Nischtentum näherbringt, habe ich hier für Dich. Zur Orientierung und Einschätzung Deiner Planungen macht es auch durchaus Sinn sich einmal anzuschauen, wie Deine zukünftige Konkurrenz aussieht und verfährt, welche bereits das umsetzt oder ähnliches betreibt, was Du vorhast.

Gibt es vielleicht ein Alleinstellungsmerkmal, welches Dich von Deiner zukünftigen Konkurrenz abgrenzt? Versetz Dich auch in Deine zukünftigen Kunden herein, würdest Du bei Dir kaufen? Und wenn ja warum? Was zeichnet Dich aus? Was kann Dein überzeugendstes Merkmal werden? Z. B. Wenn du eine Nische bedienen möchtest, könnte ein Blog mit Tipps und spannenden Infos rund um das Nischenthema eine hervorragende Möglichkeit sein Dich von anderen Mitbewerbern abzugrenzen, welche keinen Blog oder einen sehr unbefriedigenden besitzen.

Dein Ziel muss sein, dem Markt etwas zu bieten, was es so noch nicht gibt (besserer Service/Preis/Qualität oder eine Nische/etwas Neues/Anderes). Du musst also ein Problem lösen oder einen Bedarf stillen, den der Markt bereits hat, andernfalls wird ein wirtschaftlicher Erfolg für Dein Projekt schwierig bis unmöglich.

Entscheidungen des E-Commerce-Konzeptes

Wenn Du eine Idee hast, mit welchem innovativen Konzept/welcher Idee Du auf dem Online-Markt Fuß fassen willst, gibt es einige Entscheidungen und Fragen, mit welchen Du Dich im Anschluss befassen musst. Zwei dieser Fragen widmen wir uns in diesem Artikel noch gemeinsam.

 

Reiner Online-Shop oder Mischform?

Eine Frage vor der Du früher oder später stehst ist: Soll ich einen reinen Online-Shop betreiben oder eine Mischform Online-Shop + Offlineshop? Wenn man bereits einen Einzelhandel betreibt, ist der Schritt zu einer Mischform leichter und auch zu empfehlen. Da eine eigene Website schon länger Pflicht statt Kür ist, ist ein Online-Handel letztlich nur die Ausweitung Deiner bisherigen Internetaktivitäten und kein eigentlicher Kaltstart. Man erschließt durch einen solchen Schritt neue Märkte und neue potentielle Kunden. Das Internet eignet sich eben hervorragend für den Vertrieb von Produkten und nicht nur für die Vermarktung seines bestehenden Einzelhandels.

 

Wenn Du jedoch noch keinen Einzelhandel besitzt und Dich zwischen der Neugründung eines reinen Online-Vertriebs und einer Mischform entscheiden musst, dann ist die Wahl wesentlich schwieriger. In der Regel empfiehlt es sich erst einmal in die Welt des E-Commerce einzutauchen, denn dies ist relativ niedrigschwellig und du wirst nicht an zwei Fronten gleichzeitig Deine Energie verausgaben müssen.

 

Baukasten-shop vs. individuell erstellt?

Ein weitere Wahl vor der Du stehst ist jene, zwischen einem Baukasten-Shop (welcher sehr günstig und einfach zu bedienen ist) und einem selbst gehosteten Shop (welcher zukunftssicherer/ individualisierbarer ist, mehr kostet und Hilfe von Außen oder IT-Kenntnisse erfordert).

Für einen Shop-Baukasten benötigt man keine wirklichen IT bzw. Programmiererfähigkeiten. Bereits ab 15 Euro bis ca. 80 Euro (monatlich) gibt es bei verschiedenen Anbietern die Möglichkeit sehr einfach einen Online-Shop betreiben zu können (Bekanntesten Anbieter hierfür sind 1&1, Strato und Jimdo). Diese Variante ist demnach eine Möglichkeit kostengünstig in die Welt der Online-Shops einzutreten bei gleichzeitigen niedrigschwelligen Anforderungen in Bezug auf Deine Technikversiertheit. Die Einschränkungen, die jedoch mit einem solchen Shop-Baukasten einhergehen, führen viele Leute dazu, sich gegen eine solche Lösung zu entscheiden. Z. B. für eine kleinere nebenberufliche Shop-Tätigkeit, bei welcher der Shop keine größeren Ansprüche erfüllen muss, mag ein Shop-Baukasten eine völlig ausreichende Lösung sein.

Wenn Du jedoch hauptberuflich mit deinem Shop wirklich durchstarten willst, empfiehlt es sich auf ein individualisiertes Shopsystem zu setzen. In diesem Fall sind die finanziellen Hürden zwar höher, jedoch wirst Du langfristig, mit einem individuell passenden und leistungsfähigeren Shopsystem, erheblich bessere Erträge und Ergebnisse erzielen können (Bekannteste Anbieter hierfür sind: Shopify, Oxid eShop, Gambio, Magento und xt:commerce).

Egal für welche Lösung Du Dich entscheidest, vergleiche unbedingt die verschiedenen Angebote der Anbieter und auch vor allem in Bezug auf die Anforderungen, welche Du von Deinem zukünftigen Shop erwartest und zu welchen Preisen sich bei welchem Anbieter Deine Vorstellung am besten und günstigsten realisieren lassen. Du kannst natürlich auch eine professionelle Agentur dafür bezahlen, dass sie einen Shop für Dich einrichtet, dies ist dann aber natürlich teurer, kann jedoch sehr hilfreich sein, wenn Du selbst zu wenig Ahnung von der Materie hast bzw. nicht die Zeit und Energie hast Dich in die Thematik einzuarbeiten.

Für die allermeisten Gründer, welche sich gegen einen simplen Shop-Baukasten entscheiden, wird der Gang zu einer professionellen Agentur unumgänglich sein. Die Kosten für eine solche Shop-Einrichtung bei einer seriösen Agentur gehen bei ca. tausend Euro los und je nach Wünschen und individuellen Vorstellungen sind nach oben hin quasi keine Grenzen gesetzt. Einen Link für die meisten relevanten Online-Shop-Anbiete habe ich hier für Dich.

Du solltest bei der Eröffnung eines Online-Shops auf Experten setzen, unabhängig davon ob du einen Handel komplett neu gründest oder deinen bestehenden Offline-Vertrieb ausbaust.

Auf jeden Fall solltest Du verschiedene Anbieter vergleichen: Welche Leistungen bieten Dir die jeweiligen Anbieter und vor allem zu welchem Preis? Du solltest nicht den nächstbesten Anbieter nehmen sondern intensive Vergleiche anstellen, um das bestmögliche aus deinem Kapital herausholen zu können.

 

 

Die Zielgruppe im E-Commerce

Kenne deine Zielgruppe, nur so kannst du einen Online-Vertrieb für eben diese gestalten und erfolgreich betreiben. So erfährst du auch, welche Produkte du am besten anbieten solltest und was es gegebenenfalls noch weiteres an eben jene Kunden zu vertreiben geben könnte.

Die meisten Versuche, mit einem Online-Handel erfolgreich zu sein, scheitern daran, dass für das betreffende Angebot keine Abnehmer gefunden werden konnten. Damit Du Abnehmer bzw. Kunden findest, ist es wichtig Deine Zielgruppe zu kennen und dieser Zielgruppe Produkte bereitzustellen, welche den Kunden einen echten Mehrwert zur Verfügung stellen. Der Kunde muss einen Nutzen in Deinem Angebot sehen und diesen erhalten wollen. Es geht grob gesagt also darum, Deinen Kunden Nutzenbefriedigung zu verschaffen, das heißt ihre Wünsche zu erfüllen und nicht darum was Dein Produkt alles ist oder kann, sondern was es dem Kunden bringt und für ihn ist!

Ein Tipp noch zur Zielgruppe an dieser Stelle: Es gibt unterschiedliche Auflagen je nachdem, ob Du einen B2B oder einen B2C Shop betreiben möchtest (z. B. die Informationspflicht betreffend). Je nachdem welche der beiden potentiellen Zielgruppen Deine Zielgruppe ist, wird Dein Online-Vertrieb letztendlich unterschiedlich Gestaltet sein, weil er jeweils eigenen Anforderungen entsprechen muss.

 

Rechtliche Hürden im E-Commerce

Du musst unbedingt beachten, dass Preise, Versandkosten, Lieferzeiten, Garantie, Gewährleistungszeiten, Datenschutzerklärung bei deinem Online-Vertrieb transparent sind und es dürfen keine versteckten Kosten entstehen. Du brauchst ein Impressum, dies ist gesetzlich in Deutschland vorgeschrieben. Ebenfalls müssen Informationen zu den AGBs (den Allgemeinen Geschäftsbedingungen) vorhanden sein sowie Informationen zum Widerruf. Für den Widerruf (die Widerrufsbelehrung) bietet es sich eigentlich an ein Formular auf Deiner Website zum Download bereitzustellen. Dieses Vorgehen führt die Kunden auch noch einmal auf Deine Website und bietet so die Möglichkeit, dass sie mit spannenden Produkten konfrontiert und zu weiteren Käufen angeregt werden. Für ausgiebigere Informationen empfiehlt es sich durchaus an die Verbände zu wenden für Informationen und Beratungsbroschüren.

Du solltest Dich nicht durch Versäumnisse, die rechtliche Seite deines Unternehmens betreffend, angreifbar machen und deinen wirtschaftlichen Erfolg gefährden z. B. durch Abmahnwellen, die derartige Versäumnisse im Ernstfall nach sich ziehen können! Darüber hinaus musst Du in deinem Online-Shop auf folgende Schlichtungsstelle hinweisen, welche den Zweck der außergerichtlichen Einigungen in Streitfällen besitzt. Den Link für diese Schlichtungsstelle, welchen Du auf deiner Seite führen musst, habe ich hier. Um auf dem aktuellen Stand der deutschen und europäischen Rechtslage zu bleiben, empfehle ich Dir den Trustetshops-Blog, den passenden Link dafür habe ich hier für Dich.

Des Weiteren ist es unglaublich wichtig sich gegen Abmahnungen abzusichern. Zum Teil hast Du dafür einen wichtigen Schritt gemacht, wenn du Dich an die rechtlichen Vorgaben in Bezug auf die Einrichtung Deiner Seite hältst (AGBs, Impressum, etc). Zum anderen Teil musst Du jedoch unbedingt darauf achten, dass du weder gegen das Urheberrecht noch gegen das Markenrecht verstößt. Bei den jeweiligen Verstößen können teils empfindliche Abmahnsummen auf Dich warten und dies sind vermeidbare Ausgaben, gegen die man sich am besten durch eine gewissenhafte und regelkonforme Vorgehensweise absichern kann.

Bei Produktfotos und Produktbeschreibungen ist besondere Vorsicht geboten, sie fallen unter das Urheberrecht und sind geistiges Eigentum eines anderen, dürfen also nicht einfach für die eigenen Zwecke bzw. den eigenen Online-Handel genommen werden! Für die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material bedarf es der Einwilligung des Rechteinhabers und dies wird häufig (z. B. bei Produktfotos und Produktbeschreibungen, welche du gerne von einem Mitbewerber übernehmen würdest) nicht funktionieren. Demgegenüber kann es auch eine echte Chance sein, dergleichen Dinge selbst anzufertigen, wenn es sich denn personell und zeitlich bewältigen lässt. Denn eine hervorstechende eigene Produktbeschreibung und weitere Produktfotos, welche die Mitbewerber eben nicht zu bieten haben, können ein überzeugendes Merkmal sein, welches Dir die Kunden in die Hände spielen könnte. Die Fotos müssen jedoch sowohl ansprechend als auch professionell sein!

 

Zahlungsmethoden im E-Commerce

Du solltest versuchen möglichst alle wichtigen Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Es ist sinnvoll den Kunden bestmöglich entgegenzukommen, durch eine Vielzahl von verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man bei Dir kaufen wird. Manche Leute nutzen am liebsten Paypal oder zahlen mit ihrer Kreditkarte, Andere bevorzugen Vorkasse oder eine Sofortüberweisung. Um den Zahlungspräferenzen der Kunden gerecht zu werden und sie nicht mit ungeliebten Zahlungsmöglichkeiten zu vergraulen, macht dieses breite Angebot eben Sinn.

Wenn der Bezahlprozess zu unübersichtlich oder unpraktisch für den Kunden ist, kann der aktuelle Einkauf abgebrochen werden bzw. nach einem getätigten Kauf, könnte der Kunde Deinen Online-Vertrieb in der Zukunft meiden. Es macht auch durchaus Sinn diese Zahlungsmöglichkeiten nicht nur einfach anzubieten sondern sie auch kurz und verständlich zu erklären, weil nicht alle Leute die gängigen Zahlungsmethoden kennen und sie auch noch einen Informationsmehrwert durch Deine Website erfahren.

Bekannte und beliebte Zahlungsarten sind z. B.:

  • Paypal
  • Kreditkarte
  • Vorkasse
  • Sofortüberweisung
  • Nachnahme
  • Elektronisches Lastschriftverfahren (Bankabbuchung)
  • Klarna
  • Masterpass

 

 

Was benötigst Du vor dem ersten Produktverkauf?

Du benötigst auf jeden Fall einen Gewerbeschein (es sei denn Du willst als Freiberufler durchstarten – dann melde Dich selbst bei dem Finanzamt und nach bedarf bei der zuständigen Kammer), dieser kann bei Deinem nächsten Gewerbeamt beantragt werden. Dieses sendet eigentlich automatisch Benachrichtigungen an das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft und die zuständige Handelskammer.

Darüber hinaus ist das nötige Kapital unumgänglich und dafür benötigst Du aller Wahrscheinlichkeit nach einen Businessplan, um an die benötigten finanziellen Mittel gelangen zu können. Zur Gründung, wie auch für den Laufenden Betrieb, benötigst du finanzielle Mittel, um auch eine möglicherweise eintretende anfängliche/längere Durststrecke überstehen zu können. Erkundige Dich auch auf jeden Fall nach Fördermitteln bei Förderbanken oder nach günstigeren Gründerkrediten oder Zuschüssen für Gründer.

Folgende Themen werden hier nicht explizit behandelt, dennoch möchte ich Dir die Links zu den jeweiligen Themenbereichen zur Verfügung stellen, denn sie sind wichtig:

 

Versicherungen

Wenn Du Deinen Online-Handel startest, gibt es einige Versicherungen, welche Du auf jeden Fall benötigst und einige Versicherungen, welche je nach deinem Geschäftsmodell und deinem Sicherheitsbedürfnis abgeschlossen werden sollten. Für einen Überblick über die relevanten Versicherungen empfehle ich Dir folgenden Artikel. Die wichtigste betriebliche Versicherung für Dich ist Deine Betriebshaftpflichtversicherung, für alles Weitere lege ich Dir wie bereits empfohlen unseren Versicherungsartikel ans Herzen.

 

Organisation des E-Commerce

Der E-Commerce deiner Produkte muss bis ins letzte Detail geplant und organisiert sein. Hierbei gibt es grundlegend zwei mögliche Modelle, zwischen denen Du wählen kannst. Die erste Möglichkeit besteht darin, dass du alles über deinen Online-Handel laufen lässt, ein eigenes Warenlager betreibst und eine Kooperation mit einem der bekannten Versanddienstleister eingehst (UPS/DHL/Hermes). Der Versand und seine Organisation liegen dann in Deiner Hand.

Die andere Möglichkeit ist, dass Du mit deinem Geschäft die Rolle eines Verkaufsvermittlers einnimmst. Das bedeutet, Deine Aufgabe bzw. die Deines Online-Shops ist lediglich die Kontaktherstellung zwischen Käufer und Verkäufer. Dieses Modell ist jedoch für viele Online-Shop-Betreiber nicht das gewünschte Modell und eine Entscheidung für oder gegen das jeweilige Online-Shop-Modell will wohl überlegt sein und ist eine Frage, welche nur Du Dir selbst beantworten kannst

Möglicherweise ist eine Repricing Software für Dich interessant. Eine Software, welche die automatisierte Anpassung der Preise Deiner Produkte vornimmt. Da teilweise die Preise im Internet starken Schwankungen unterliegen und eine manuelle Anpassung für Betreiber wie Dich nahezu nicht möglich ist, kann eine solche Software einen wichtigen Teil deiner Arbeit erleichtern. Zumindest ist dies sinnvoll, wenn Dein Warenangebot eine gewisse Größe erreicht hat, welche nicht mehr gut von Dir zu überblicken und zu verwalten ist.

 

Solltest Du ein elektronisches Warenwirtschaftssystem verwenden? Ein solches kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn Du Deine Produkte nicht nur in Deinem eigenen Shop vertreibst sondern über mehrere Vertriebswege. Ein elektronisches Warenwirtschaftssystem kann Dir einerseits in diesem Fall helfen, Deine eingehenden Bestellungen zentral zu bündeln und zu verwalten und bietet darüber hinaus die Funktion deinen Lagerbestand kinderleicht zu überwachen und einzusehen. Dies gibt Dir eine gewisse Planungssicherheit und sorgt für eine Minimierung von Lieferausfällen, zumal das Programm Dich über knappe Bestände etc. rechtzeitig informiert.

Weitere Tipps

 

Service: Du darfst die Relevanz eines guten Service nicht unterschätzen, lange Wartezeiten auf E-Mail Anfragen etc. und eine Nichterreichbarkeit bei einer angegebenen Telefonnummer können Kunden bereits vor dem Kauf davon überzeugen, die gewünschten Produkte lieber in einem anderen Shop zu erwerben.

Das Team: Du solltest darauf achten, wenn Du weitere Mitarbeiter für Deinen Online-Vertrieb gewinnen möchtest, dass es sich um hochqualifiziertes Personal handelt, welches sich jedoch gut in Dein Unternehmen integrieren lässt – die Chemie muss stimmen. Dabei sollte darauf geachtet werden, möglichst sich optimal ergänzende Fachkräfte anzuwerben, die Deinem Unternehmen durch ihre Spezialisierung einen echten Mehrwert verschaffen und zusammen ein unschlagbares und motiviertes Team ergeben. Wenn die Chemie in einem kleinen Unternehmen nicht stimmt, hat dies nicht selten fatale Auswirkungen auf den Erfolg des Unternehmens!

 

Marketing – Absolut entscheidend im E-Commerce!

Gerade für den Online-Vertrieb von waren gilt, Marketing Marketing Marketing. Ohne geht es nicht und da das Budget am Anfang meist begrenzt ist, sollten die vorhanden finanziellen Mittel so vielversprechend wie möglich investiert werden. Es müssen also viele potentielle Kunden auf Deine Seite gebracht werden und damit hast Du den ersten Schritt erfolgreich bewältigt. Der nächste Schritt ist daraufhin die Conversion-Rate zu erhöhen, die Anzahl der Besucher, die Kunden werden.

Es ist ebenfalls unverzichtbar, dass Du deinen Online-Vertrieb für Suchmaschinen optimierst (SEO). Denn ein Großteil des Traffics läuft heutzutage über Suchmaschinen (organisch), genauer gesagt über eine Suchmaschine: Google (zumindest in unseren Breitengraden ist diese Suchmaschine Branchenprimus und unumgänglich). Wenn Dein Shop also nicht für Suchmaschinen bzw. für Google gefällig gestaltet ist, wird es Dein Unternehmen schwer haben erfolgreich sein oder es wird ganz und gar unmöglich sein.

Darüber hinaus können Siegel und Referenzen auf Deinem Web-Shop dafür sorgen, dass Kunden sich gleich in guten Händen wissen und vertrauen aufbauen können (z. B. das Siegel von ‚Trustetshops’). Darüber hinaus sind positive Kundenrezensionen und –stimmen Gold wert, da diese wiederum weitere Marketingoptionen eröffnen und auch gewinnbringend in die eigene Seite eingebunden werden können. Ebenfalls hilfreich für die Generierung von Aufmerksamkeit können sein: Gewinnspiele, Gutschein/Rabattaktionen, limitierte Produkte, virales Marketing, unterhaltende Werbemaßnahmen in Form von Content Marketing oder Guerilla Marketing, Social Media Profil/Präsenz, E-Mail-Marketing (z. B. Newsletter), Affiliate-Marketing, Google AdWords.

Erst einmal nebenberufliches Vortasten?

Es besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit erst einmal nebenberuflich einen Online-Shop zu eröffnen und sich je nach Erfolg dieses Projekts entweder dem Ganzen mit der vollen Aufmerksamkeit zu widmen und die andere berufliche Tätigkeit einzustellen oder möglicherweise den Online-Handel selbst wieder einzustellen. Die Einstellung des Online-Shops kann durchaus Sinn machen, denn wenn nach einer gewissen Zeit und der danach geschehenen Evaluation kein wirtschaftlicher Erfolg in Sicht ist und es entweder zu einem finanziellen Nullsummenspiel gerät, welches jedoch viele unbezahlte Arbeitsstunden enthält oder sogar zu finanziellen Kosten also zu einem Draufleger wird, sollte man das Unterfangen einstellen, bevor weitere Verluste oder gar die Insolvenz auf einen warten.

Für eine erste Überprüfung der Vermarktbarkeit seines Konzepts und seiner Produkte und um anfänglich einiges an Kosten zu sparen, welche durch die Erstellung etc. eines eigenen Online-Shops anfallen würden, kannst Du natürlich auch erst einmal bei den Bekannten Online-Marktplätzen starten (z. B. Amazon, Ebay, Dawanda, Shpock, Facebook Marketplace).

Die Vorteile bei einem bestehenden Marktplatz einzusteigen sind unter anderem: Keine Einrichtung eines Shops nötig, die rechtlichen Fallstricke sind damit auch zum größten Teil ausgeräumt und die Markplätze haben bereits eine sehr große Reichweite und Bekanntheit. Jedoch gibt es diese Vorteile nicht ohne Nachteile, denn es ist problematisch, dass: Deine Produkte neben den Produkten aller anderen Anbieter aufgelistet werden, der Preisdruck noch viel höher ist, weil auf einem großen Marktplatz versucht wird die besten Preise anzubieten, eine Abhängigkeit zum jeweiligen Marktplatz besteht und das ganze auch bezahlt werden will (Ebay 8,5% und Amazon 7%-20% Abgaben bei den Verkäufen und zusätzlich knapp 40 Euro bei beiden Betreibern als monatliche Grundgebühr).

 

Anforderungen an deinen Online-Shop

Der Web-Shop muss:

  • Ansprechend sein
  • Eine schnell verständliche und gute Navigation/Nutzerführung bieten. Ein gutes ‚User Interface’ ist wie ein guter Witz, wenn Du es/ihn erklären musst, ist es/er eben nicht mehr gut!
  • Stets die zeitgemäßen Bezahloptionen anbieten
  • Ein responsive Webdesign besitzen (welches sich an die jeweiligen Endgeräte automatisch anpasst)
  • Ein von Dir bedienbares Content-Management-System besitzen
  • Sicher sein in Bezug auf die Gefahren des Internets
  • Sicher sein in Bezug auf den Datenschutz seiner Nutzer
  • SEO-optimiert sein, weil wer auf der Seite 5. von Google wohnt, hat es nicht leicht/ wird es nicht schaffen
  • Schnell sein! Lange Ladephasen bei dem Aufruf oder bei der Navigation des Shops müssen unbedingt vermieden werden. Zeit ist in diesem Sinne im wahrsten Sinne des Wortes Geld, denn jeder Kunde der wegen zu langer Ladezeiten abspringt, ist verlorenes Geld für Dich.
  • Weitere sinnvolle Funktionen deines Web-Shops können sein: Filterfunktionen, Produktkonfiguratoren, eine Suchfunktion, die Kategorisierung von Produkten

 

Kontinuierliche Analyse/Optimierung ist Pflicht

Der Einsatz einer Analyse-Software zur Verbesserung der Seite (z. B. Google Analytics) ist unumgänglich für Deinen Erfolg. Eine kontinuierliche Analyse der Onlineaktivitäten der Kunden ist heute zu einem Deiner wichtigsten Werkzeuge geworden. Denn nur, wenn du kontinuierlich z. B. das Nutzerverhalten Deiner Kunden bei der Navigation in Deinem Internet-Shop analysierst und aufgrund dieser Analyse Verbesserungen erarbeiten kannst, wird Dein Online-Shop immer besser und besser werden. Durch eine Analyse-Software bist Du eben nicht mehr auf das Lesen im Kaffeesatz angewiesen, sondern hast harte Zahlen und Fakten, auf deren Basis der Shop den Nutzerbedürfnissen und -Verhalten gemäß modifiziert werden kann.

 

E-Commerce-Zusammenfassung

Da in dieser dreiteiligen Serie viel drin steht, fasse ich im Folgenden noch einmal die allerwichtigsten Punkte für dich zusammen und hoffe, dass diese Artikel Dir bei Deiner Planung bestmöglich geholfen haben!

Von dieser Reihe solltest Du mindestens mitnehmen:

 

  • Ohne irgendeine innovative Idee, welche Mehrwert und den Kunden nutzen bringt, wirst Du wahrscheinlich nicht erfolgreich sein
  • Stelle die Weichen Deines Unternehmens wohl überlegt (Baukasten vs. Selbst gehostet – rein Online vs. Mischform – Nebenberufliches Vortasten vs. ‚all in‘)
  • Mach Dir Gedanken über Deine Zielgruppe und ihre Bedürfnisse
  • Beachte die rechtlichen Vorgaben
  • Triff Entscheidungen in Bezug auf Vertriebssystem/Versicherungen/
  • Marketing Marketing Marketing (vor allem SEO beachten!)
  • Beachte die Anforderungen an einen guten Shop und optimiere und analysiere diesen kontinuierlich

 

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Britta Schwab
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