Business
Die Relevanz von Unternehmenskultur, Flexibilität & dem Wertesystem in Unternehmen
Leitsätze und Werte
Der Grundstein für deine Unternehmenskultur ist das Wertesystem. Das Wertesystem bestimmt zum einen, welche Leute eingestellt werden und zum anderen, wie sich diese Personen verhalten. Genau deshalb ist das Wertesystem der wichtigste Faktor für Unternehmenserfolg und großartige Ergebnisse.
Heutzutage müssen Unternehmen schnell auf Marktverhalten und Marktmöglichkeiten reagieren und haben viele talentierte Mitarbeiter, die selbst einen Beitrag dazu leisten wollen, sodass ein Unternehmen nicht mehr mit Regeln und Richtlinien geleitet werden kann. Anstelle von Regeln und Richtlinien musst Du Leitsätze und Werte schaffen. Man geht davon aus, dass Menschen die richtigen Entscheidungen treffen, wenn sie die richtigen Werte haben.
Das Wertesystem ist für Menschen im Unternehmen genauso wichtig, wie die Werte der Eltern für ein Kind:
“It is like the growth of a child. The only thing is to instill and cultivate good values in it, because when it grows, it will make its own decisions. When this moment of decision comes, they will make the right decision.” (Vinod Dham, Silicon Spiee)
Wenn die führenden Mitarbeiter im Unternehmen die richtigen Werte leben und diese Werte auch vermitteln, werden sich die anderen Angestellten angemessen verhalten und die richtigen Entscheidungen treffen. Dadurch können eine Menge Probleme vermieden werden, die ein Unternehmen aller Erfahrung nach hat.
Hier Beispiele für das Wertesystem eines Unternehmens
- Respekt: Respekt ist nicht abhängig vom Alter,sondern von dem, was Du dem Unternehmen beisteuerst. Im Unternehmen arbeiten viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, aber alle müssen sich gegenseitig respektieren.
- Integrität: Sei zuverlässig und ehrlich, bei allem was Du tust! Vom Umgang mit den Mitarbeitern bis hin zum Führen deiner Bücher: Wahre Dir Integrität.
- Egolose Kultur: Dein Stolz sollte im Projekt stecken und nicht in dem, was Du selbst tust. Es spielt keine Rolle, wie viel Du persönlich dazu beiträgst, sondern das das beste Ergebnis erreicht wird.
- Exzellente Leistungen: Spitzenleistungen werden gefördert und belohnt. Man muss hohe Ziele setzen und nach den Träumen greifen. Man weiß nie, ob man das Ziel erreichen wird, aber muss immer das Beste geben. Hohe Standards fördern die innere Motivation für Exzellenz.
- Ergebnisorientierung: Am Ende des Tages zählen allein die Ergebnisse, nicht die Anzahl von Kundenbesuchen oder Besprechungen.
- Courage: Risikoübernahme spielt eine große Rolle. Du musst mutig sein, um in neuen Markt zu gehen, einen Prototypen zu bauen oder in einen Rechtsstreit mit einem Kunden zu gehen.
- Schöner Platz zum Arbeiten: Die Arbeit muss dir Spaß machen!
Die „no status, no ego, blue jeans“-Unternehmenskultur
Viele erfolgreiche Start-ups im Silicon Valley verfolgen die „no egos and no status symbols für anybody“- Unternehmenskultur. Das heißt, es werden keine Stars geboren oder gefördert, denn das gesamte Team ist der Star! Die Start-ups wollen, dass alle Mitarbeiter gleichermaßen respektvoll behandelt werden.
Die non-status-Umgebung
In so einer non-status-Umgebung kann die Arbeit des CEOs, die Arbeit des Vorstandes oder auch die Arbeit anderer Mitarbeiter offen kritisiert werden, ohne dass es negativ ist. In so einer Unternehmenskultur werden die Mitarbeiter nicht zulassen, dass Dinge falsch laufen, ohne es zu sagen. Es ist eine Menge Arbeit, um eine solche egalitäre Unternehmenskultur zu schaffen.
In der Regel verwalten alle, inklusive des CEOs, ihre Zeitpläne und E-Mail-Konten selbst. Das ist zwar ein unglaublich informeller Ansatz, der offene Interaktion und Kommunikation ermöglicht, aber gleichzeitig auch wahnsinnig effizient ist.
Lässigkeit, Diversität & Bescheidenheit
Lässigkeit selbst ist ein Wert. Ungezwungene Kleidung spielt keine Rolle, sondern nur die Ideen und die Beiträge, die der Mensch mitbringt. Beurteile Menschen daher nicht nach ihrem Aussehen oder ihren Gewohnheiten, sondern nur nach ihren Beiträgen zum Unternehmen. In erfolgreichen Unternehmen tragen Mitarbeiter Nasenringe, haben Tattoos oder lange Barte.
Diversität ist eine weitere wichtige Frage der Unternehmenskultur. Die Unternehmenskultur sollte klar zum Ausdruck bringen, dass Vielfalt wichtig ist. Versuche, nicht nur Menschen einzustellen, die wie Du sind, sondern respektiere eure Unterschiede.
In einer „no status, no ego, blue jeans“-Unternehmenskultur arbeiten Menschen in sehr bescheidenen Umgebungen. Ein Computer, ein Telefon und ein Schreibtisch sind oft alle Dinge, die sie haben.
Außerdem tragen Mitarbeiter oft T-Shirts, benutzen Mousepads oder trinken aus Tassen mit dem Logo der Firma. An den Wänden befinden sich Fotos und Wasserpistolen und anderes Spielzeug liegt in den Büros, als wäre es genau so normal wie der PC.
Der attraktive Arbeitsplatz
In einem Startup verbringen Menschen oftmals mehr Zeit in der Firma als zu Hause. Das funktioniert aber nur, wenn sie sich an der Arbeit wohl fühlen. Viele Unternehmen servieren daher abends kostenloses Abendessen, sodass die Mitarbeiter gerne länger bleiben.
Der letzte Tipp für die „no status, no ego, blue jeans“-Unternehmenskultur ist, dass Du deinen Mitarbeitern Dinge außerhalb der Reihe anbietest und dadurch deinen Arbeitsplatz zu einem einzigartigen Ort machst.
Flexibilität im Unternehmen
In einem Start-up musst Du auch Flexibilität beweisen. Viele Dinge verändern sich rasant, weswegen Du immer flexibel darauf reagieren und Anpassungen machen musst.
Wenn du ein Start-up gründest denkst Du, Du weißt was Du tust. Das ist falsch. Du wirst niemals damit aufhören darüber nachdenken, was du eventuell tun solltest. Du wirst in den ersten zwei bis drei Jahren einige Korrekturen deines Unternehmens vollbringen müssen. Es gibt nur sehr wenige Businesspläne von Start-ups, die ohne Korrektur vom Startup zum erfolgreichen Unternehmen ausgekommen sind. Die meisten durchlaufen eine Reihe von Transformationen auf ihrem Weg, darunter auch sehr erfolgreiche Unternehmen. Du musst dich also ständig an Veränderungen anpassen können und Flexibilität erweisen.
Ständiger Wandel
Oft sagt jemand, der ein Start-up gründet, was er machen will und glaubt auch daran. Aber der Gründer muss erkennen, dass seine Idee sich immer noch weiter wandeln wird. Im Silicon Valley durchlaufen die Ideen von Start-ups oftmals 3-4 Korrekturprozessen. Das ist auch der Grund, warum die Flexibilität von Teams so wichtig sind, denn nur sie können Kurskorrekturen umsetzen.
Egal, wie viel du in den ersten Tagen planst, Du wirst jeden Tag, jede Woche, jeden Monat neue Informationen bekommen, die die Planungen verändern. Viele erfolgreiche Start-ups haben ihre Geschäftsidee im Laufe der Zeit geändert, als sie begonnen haben zu planen und Geld generiert haben. Die Kunden, mit denen Du startest sind nicht die, mit denen du enden wirst.
Das Produkt mit dem Du startest, wird nicht das Produkt sein, mit dem du enden wirst. Das ist der Grund, warum Gründer in Menschen investieren und nicht in Produkte. Sie wissen, dass das Unternehmen in zwei bis drei Jahren nicht mehr das sein wird, was es jetzt ist. Du musst Flexibilität zeigen und schnell auf Änderungen reagieren können.
Ohne Rücksicht auf Verluste
Den Unternehmenskurs zu wechseln bedeutet auch schmerzliche Entscheidungen zu treffen. Aber du musst dazu bereit sein. Gestern hast Du vielleicht festgestellt, dass es mit deinem Produkt ein Problem gibt, aber erst heute, nachdem Du mit den Kunden gesprochen hast, weißt du genau, was du ändern musst. Auch wenn du seit sechs Monaten an dieser Änderung arbeitest, bleibe dran!
Du brauchst die Bereitschaft, alles hinzuwerfen und neu zu starten, wenn es notwendig ist. Wenn du genug Information hast, die dir aufzeigen, dass du die falsche Entscheidung getroffen hast, dann sei ehrlich zu Dir und ändere den Kurs. Sofort. Das kann hart sein, aber es ist der einzige Weg zu überleben.
Unter gar keinen Umständen solltest du gar keine Entscheidung treffen. Das ist das schlimmste, was Du tun könntest. Du musst dir Bewusst werden, dass alle in derselben Situation wie Du sind und sie genau so wenig Informationen haben. Manchmal kann es sogar vorkommen, dass die gesamt Business Idee scheitert. Dann musst Du in der Lage sein und etwas Anderes versuchen.
Plan & Flexibilität – die Mischung macht's
Trotz aller strategischen und operativen Flexibilität sollte man versuchen zu planen. Du brauchst einen Plan, um zu verstehen, was die grundlegenden Technologien sind und wer die Konkurrenz ist. Wenn du ihre Pläne verstanden hast, dann kannst du deinen eigenen machen.
Neben der Fähigkeit der Flexibilität ist die zweite wichtige Fähigkeit, sich Kundschaft anzunähern, die pessimistisch gegenüber deinen Produktänderungen ist. Du darfst keine Angst davor haben, neue Pläne anhand neuer Informationen zu machen und dich anzupassen. In einem Startup brauchst du Leute, die das Gesamtbild betrachten und bereit sind, Dinge zu ändern auch wenn das bedeutet, wieder einen Schritt zurück zu machen. Auf lange Sicht wird es dir helfen, am Markt zu überleben.
Advisory Board & Führungsteam – diese Rolle haben sie im Unternehmen
Advisory Board, zu Deutsch "Beratungsausschuss" ist ein Ausschuss bzw. Gremium, das über etwas berät oder eine beratende Funktion hat.
Bereits im frühesten Stadium deines Unternehmens solltest Du ein Advisory Board zusammenstellen. Es überwacht dein Unternehmen, gibt dir Rat, vermittelt Glaubwürdigkeit und versorgt dein Startup vor allen Dingen auch mit neuen und wichtigen Kontakten.
Welche Bedeutung hat das Advisory Board für Dein Unternehmen?
Das Advisory Board ist das wichtigste Gremium, in dem Du über bedeutende Entscheidungen für das Unternehmen reden kannst. Du brauchst jemanden mit Erfahrung, der weiß, wie das Business läuft. Es ist wichtig, dass Du einen Ausschuss bildest, in dem vielseitige und sich ergänzende Fähigkeiten für das Unternehmen durch die verschiedenen Mitglieder zur Verfügung stehen. Vielleicht sind sie nicht in der Lage, Dir konkrete Antworten auf deine Fragen zu geben, aber sie werden selbst Fragen stellen. Und diese werden dich vielleicht zum Nachdenken über Dinge bringen, die Du ohne sie nicht erkannt hättest.
Ein Gründer sollte daher häufig mit dem Advisory Board kommunizieren. Du musst aber bedenken, dass die Mitglieder im Gremium nicht Vollzeit als Advisory Board-Mitglieder arbeiten und dementsprechend auch nur einen geringen Teil ihrer Zeit damit verbringen, über ein Problem in deinem Unternehmen nachzudenken.
Gründer sollten sehr selbstbewusst und aggressiv bei der Suche nach Board-Mitgliedern vorgehen. Du solltest genau solche Leute suchen, vor denen Du Angst hast, weil sie so gut sind, dass Du dich selbst dumm fühlst.
„Get the best. And get them to introduce you to people that they think are better than they are. Get the most demanding advisors you can get.” (Ken Morse, Massachusetts Institute of Technology)
Im Advisory Board solltest du Menschen zusammenbringen, die sich bereits aus der Industrie kennen. Das wird Dir zusätzliche Glaubwürdigkeit verschaffen, wenn du Geld benötigst oder Mitarbeiter einstellst. Wenn Du prominente Mitglieder im Beratungsausschuss hast, ist die Wahrnehmung der Anleger sehr positiv.
Jedes Board-Mitglied sollte Wertschöpfung in dein Unternehmen bringen, beispielsweise durch Ratschläge oder durch Verbindungen und Glaubwürdigkeit. Wähle daher nur Mitglieder für dein Advisory Board aus, die tatsächliche eine Hebelwirkung auf dein Unternehmen haben.
So findest du die Mitglieder für Dein Advisory board
Zuallererst brauchst du ein sehr sichtbares und interessantes Unternehmen, um Berater anzulocken. Du solltest versuchen, positive Berichterstattungen in der Presse zu erhalten, um das Niveau der Sichtbarkeit zu erhöhen. Finde Menschen, die Dich genau solchen Leuten vorstellen. Als zweites musst du dein Eigenkapital als Gegenleistung anbieten. Und als dritten Punkt musst du dafür sorgen, dass ihnen die Arbeit im Advisory Board Spaß macht. Viele ältere Menschen sind gerne an kleineren, aber vielversprechenden Start-ups beteiligt.
Und denke immer daran
Auch wenn Du in deiner Branche noch klein bist, lasse dich nie auf mittelmäßige Berater ein, sondern „Reach for the stars!“
Die Rolle des Führungsteams
Zusammen mit der Unternehmenskultur ist das Führungsteam wohl der wichtigste Erfolgsfaktor im Unternehmen. Gründer brauchen viel Erfahrung, um ein Unternehmen zu leiten. Deshalb ist es oftmals sinnvoll jemanden einzustellen, der die Aufgaben besser kann, als der Gründer selbst. Er muss lernen, die Kontrolle jemand anderem zu überlassen. Jemand, der bereits in dieser Position gearbeitet hat kann schneller Entscheidungen treffen und besser mit Kunden interagieren. Deshalb brauchst Du ein Führungsteam mit Erfahrung sowohl in spezifischen Bereichen, aber auch allgemein, wie das Unternehmen schneller wachsen wird.
Du musst dein Eigenkapital verringern, wenn Du einen erfahrenen Senior Manager schon zu Beginn deiner Unternehmensgründung in das Führungsteam mit aufnehmen willst. Stelle daher sicher, dass genug Zeit, Energie und Geld zur Verfügung steht, um solche Leute einzustellen und vergiss nie, dass das eine der wichtigsten Dinge ist, die Du tun musst.
Ein erfahrenes und vollständiges Führungsteam wird einen positiven Einfluss auf deinen Unternehmenswert haben. Aber Du solltest es auch noch nicht zu früh einstellen. Versuche das Management einzustellen, wenn sich das Unternehmenskonzept bewährt hat. Warte also ab, bis Du weißt, welche Art von Menschen Du in deinem Management benötigst. Anschließend kannst Du versuchen die Menschen zu finden, die für ihren aktuellen Beruf überqualifiziert sind. Sie werden in der Lage sein, dein Unternehmen zum Wachsen zu bringen.
Aus wem sollte das Führungsteam bestehen?
Das Führungsteam sollte sich aus überqualifizierten Leuten zusammensetzten, die alle unterschiedliche Erfahrungen mitbringen: Ein paar junge Leute, die voller Energie strotzen und um sich selbst Angst haben, aber auch ein paar Reife, die verstehen, dass nicht nur harte Arbeit sondern auch Klugheit wichtig ist.
Das gilt übrigens nicht nur für das Führungsteam, sondern für dein gesamtes Unternehmen. Dein Unternehmen kann nur gewinnen, wenn Du in jedem Bereich Spitzenleistungen erbringst. Dazu muss jeder Einzelne beitragen. Eine Kombination von verschiedenen Fähigkeiten macht das Team viel stärker als alles andere.
Bei der Auswahl eines leitenden Mitarbeiters ist es von entscheidender Bedeutung, dass er auch andere benötigte Talente rekrutieren kann. Teams müssen nach dem top-down-Ansatz gebildet werden. Das bedeutet, dass die Mitglieder des Führungsteams auch gute Mitarbeiter unter sich einstellen können.
Beachte außerdem, dass Du nur die besten Leute einstellst. Wenn Du eine schlechte Führungskraft in dein Führungsteam einstellst, wird es sehr schwer werden, gute Leute darunter einzustellen. Exzellenz des Teams fördert mehr Exzellenz. In einem kleinen Startup gibt es viele Risiken und das wichtigste Kriterium sind die Menschen und somit auch die Qualität des Führungsteams.
Welche Eigenschaften sollten die Personen mitbringen?
Der CEO und auch alle anderen Mitarbeiter im Führungsteam müssen darüber hinaus auch gute Vertriebsleute sein. Sie müssen in der Lage sein, anderen die Unternehmensvision zu verkaufen und die Idee des Unternehmens zu vermitteln. Sie müssen die Menschen davon überzeugen in das Unternehmen mit einzusteigen.
Die Art von Menschen, die ein Startup in der Frühphase managen sind oftmals nicht die, die auch zu einem späteren Zeitpunkt noch das Unternehmen leiten. Deshalb kommt es in erfolgreichen Start-ups oft zu krassen Veränderungen im Führungsteam. Oft sind Menschen nicht die Richtigen für jede Phase des Unternehmens und müssen daher ausgetauscht werden.
Einen Senior Manager einzustellen ist oft ein Henne-Ei-Problem. Auf der einen Seite brauchst Du so früh wie möglich einen hervorragenden Manager, aber auf der anderen Seite wird es sehr schwer, weil dein Unternehmen noch klein ist. Deshalb muss Dir von Anfang an klar sein, dass Du nicht alle Mitarbeiter deines Unternehmens für immer halten kannst und rechtzeitig nach Neuen schauen musst.
Du musst herausfinden, welche Menschen aus ihren Jobs herausgewachsen sind und musst die notwendigen Veränderungen durchsetzen. Am besten aber reibungslos, damit nicht das komplette Team dabei zerstört wird.
Schöpfer von Unternehmen – Wer steht hinter den Gründungen von Unternehmen?
Sei Profi in Deiner Branche!
Nach der medialen Wahrnehmung ist großartiger Schöpfer eines Start-ups ein maximal 23-Jähriger intelligenter Typ, der direkt von der Universität kommt und sich spontan entschließt, ein Unternehmen zu gründen. Dieses Missverständnis ist beispielsweise durch die Berichte über Bill Gates und Michael Dell entstanden, die tatsächlich mit 18 Jahren aus der Schule gekommen sind und direkt ihr Unternehmen gegründet haben.
Für die meisten Menschen ist dies eine sehr unrealistische Vorstellung. Typische Gründer und Schöpfer sind Mitte 30 oder in den 40ern. Sie haben bereits Erfahrung in der Branche und kennen sowohl Erfolgsbilanzen als auch gute Kontaktpersonen in der Industrie. Oftmals haben sie vorher in den renommiertesten Unternehmen gearbeitet, beispielsweise bei Intel, Motorola, IBM, Microsoft, Apple, McKinsey oder BCG.
Du musst keinen technischen Hintergrund haben
Die meisten Schöpfer von Start-ups sind während ihrer Arbeit im Großunternehmen auf die neuen Ideen gekommen. Oft entsteht die Erkenntnis für einen bestimmten Kundenbedarf und der entsprechenden technischen Lösung zu diesem Problem bei der Zusammenarbeit mit einem großen Unternehmen. Die Herausforderung ist, dass Du in der Hierarchie so weit oben bist, dass Du einen Gesamtüberblick hast. Gleichzeitig musst Du aber auch weit unten sein, um im Kontakt zu den Kunden zu stehen.
Der Schlüssel als Product Manager oder Marketingmitarbeiter ist die Zusammenarbeit mit Kunden, weil Du nur dadurch die konkreten Bedürfnisse sehen und verstehen kannst. Die Arbeit als Product Manager kann sehr wertvoll für dich sein, da Du mit allen Bereichen zusammenarbeitest: Ingenieurwesen, Entwicklung, Marketing, Vertrieb, Support und Finanzen.
Du lernst, diese Bereiche zu koordinieren und mit den Denkweisen der Mitarbeiter in diesen Bereichen umzugehen. Viele Schöpfer haben zwar einen technischen Hintergrund, aber um ein technisches Unternehmen zu gründen, brauchst Du ihn nicht zwingend. Was du brauchst ist sicherlich eine gewisse Affinität zu Technik, Verständnis und Interesse daran. Du solltest schon früh in Deiner Karriere versuchen, breitgefächert Erfahrungen zu sammeln, ganz egal wo du herkommst. Für eine Gründung ist es wichtiger das Business zu verstehen, als bestimmte spezielle Fähigkeiten vorweisen zu können.
Sammle Erfahrungen und vernetze Dich!
Darüber hinaus musst Du versuchen, eine Ausbildung zu machen und Erfahrungen zu sammeln, die Dir bei der Gründung helfen. Was Du dafür benötigst? – Aktivismus! Du musst dich selbst in Start-ups einbringen und Dich an Orten herumtreiben, an denen Du dich mit anderen Schöpfern austauschen kannst. Du musst Menschen treffen, die ähnlich denken wie Du und Dir ein Netzwerk aufbauen. Vielleicht nimmst Du schon in der Schulzeit an einem Business-Plan-Wettbewerb teil, besuchst Kurse in denen Du Business-Pläne schreibst oder wählst den Gründerzweig an Deiner Uni. Dort findest Du Leute, wie dich. Nur so können sich neue Ideen und Partnerschaften ergeben.
Kooperiere mit anderen Unternehmen!
Du solltest immer mit den Unternehmen kooperieren, von denen Du am meisten lernen kannst. Die erste unternehmerische Tätigkeit ist oftmals eine großartige Lernerfahrung. Du solltest einige Jahre in kleineren Firmen verbringen, um die Marktdynamik und die Unternehmensentwicklung kennenzulernen. Und vielleicht sammelst Du ja auch zunächst Erfahrungen in einem anderen Start-up und machst die Fehler nur als Mitarbeiter, bevor du als Schöpfer Dein eigenes gründest!
8 Tipps für deine Ideenfindung
Der wichtigste Faktor, wenn Du ein Unternehmen gründen möchtest, ist Deine Geschäftsidee. Wenn Du nicht 100%ig von ihr überzeugt bist, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass dein Startup erfolgreich wird, nahe 0. Daher geben wir Dir heute 8 allgemeine Tipps für die Ideenfindung, auf welches Produkt oder Business Model Du Dein Startup bauen solltest:
Entwickle Deine Idee aus einem Markt mit Bedürfnissen
In den meisten Fällen entsteht eine Geschäftsidee daraus, dass auf einem Markt ein bestimmtes Bedürfnis besteht. Daher solltest Du zunächst die Bedürfnisse der Nachfrager analysieren und verstehen. Prüfe vorab, dass deine Problemlösung einzigartig und die Nachfrage groß genug ist, um langfristig davon profitieren zu können. Du musst lernen, aus Sicht der Verbraucher und Nutzer zu denken und die Probleme genau zu identifizieren. Nur dann kannst Du etwas Neues, Überzeugendes und Sinnvolles entwickeln, was das Bedürfnis der Gesellschaft befriedigt.
Das Fundament für langfristigen Unternehmenserfolg ist immer die wirtschaftliche Grundlage
Du solltest vorsichtig sein, wenn Deine Ideenfindung als Basis auf Förderungen aus der regulatorischen Umwelt aufbaut. Du solltest Dir immer überlegen, was Dein Unternehmen tun kann, wenn die Förderung wegfällt. Daher ist es immer sinnvoller, ein Unternehmen auf ein wirtschaftliches Fundament zu bauen.
Sei vorsichtig mit Märkten, in denen es in den nächsten 5 Jahren realistischerweise eine grundlegende Änderung des Geschäfts geben wird
Es ist sehr gefährlich, wenn Deine Ideenfindung auf eine Branche baut, die sich voraussichtlich in naher Zukunft eines Wandels unterziehen wird. Oftmals denken Gründer, sie können in der verfügbaren Zeit das Geschäft schnell genug aufbauen und ausreichend Profit generieren.
Problematisch ist aber, dass sie oftmals nicht die Zeit berücksichtigen, bis sich die Gesellschaft auf das neue Produkt oder Business Model einlässt und sich die Strukturen entwickeln. Daher ist es oftmals besser Chancen nicht zu nutzen, wenn vorhersehbar ist, dass es in fünf Jahren zu veränderten Marktumständen kommt.
Beobachte die Marktteilnehmer, von denen Du abhängig bist
Bei der Ideenfindung für Dein Startup solltest du berücksichtigen, dass Du unter Umständen von anderen Unternehmen abhängig bist. Wenn sie beispielsweise Produktions- oder Lieferschwierigkeiten haben, hat das auch Auswirkungen auf Dein Unternehmen. Du darfst niemals vergessen, dass deine Arbeit auch von anderen Unternehmen abhängt, die du eben nicht kontrollieren oder steuern kannst.
Bei jeder Ideenfindung und Unternehmensgründung ist es sehr relevant im Vorfeld zu analysieren, welche Dinge von anderen Unternehmen beigetragen werden sollen. Die potentiellen Gefahren durch Abhängigkeiten müssen schon bei der Partnerwahl berücksichtigt werden.
Eine Chance zu erkennen ist wichtiger als die Lösung in der Tasche zu haben
Jeder kann ein Unternehmen gründen. Um ein erfolgreicher Unternehmer zu sein, musst Du keine eigenen Ideen haben. Du musst großartige Ideen erkennen, wenn du sie siehst. Es hat nichts damit zu tun, die Technologie als erster gesichert zu haben, sondern die relevante Frage ist vielmehr, ob Du von der Geschäftsidee überzeugt bist und es schaffst, dass sich die Technik-Freaks Dir anschließen. Die Idee zu identifizieren und das Team zusammenzubringen – Diese Fähigkeit macht Dich zum Unternehmer!
Du musst von Anfang an in der Lage sein, deine Geschäftsvision zu „pitchen“
Viele Details werden sich erst im Laufe der Zeit entwickeln, wenn Du mit potentiellen Partnern und Investoren sprichst. Deine Geschäftsidee wird durch einen Veredelungsprozess gehen und transformiert werden. Besonders aber die Ideenfindung zu Beginn der Unternehmenskarriere bedarf gründlicher Überlegung. Die Kernidee und Vision muss von Anfang an im Fokus stehen.
Ideenfindung – Klaue keine Ideen und beachte die Bedingungen in Deinem Arbeitsvertrag
Gehe den rechten Weg! Breche keine Brücken ab, klaue keine Ideen, nutze keine Ideen von anderen Firmen und beende Deine Arbeit, bevor Du mit dem neuen Projekt startest. Andernfalls wirst du Probleme bekommen.
Gehe in eine Branche, die Dir Spaß macht
Der letzte wichtige Aspekt für Deine Ideenfindung sollte sein, dass Du eine Branche auswählst, die Dir Freude bereitet. Denn eine Umgebung, in der Du Dich wohl fühlst, wird Deine Kreativität fördern und Dich erfolgreich machen!
In diesem Sinne wünschen wir Dir viel Erfolg bei der Ideenfindung für Dein eigenes Startup! Egal ob Finanzen, Medien oder Gesundheit & Ernährung – Tue das, was dir Spaß macht mit einem Projekt, das Bedürfnisse befriedigt!
Exkurs: Schwerpunkte im Unternehmen setzten
Start-ups wollen alles machen, von Anfang an. Das ist einer der größten Fehler. Die Unternehmer wollen jedes Kundenbedürfnis befriedigen und dem Markt vollständig gerecht werden. Das klingt zwar sehr verlockend, aber ist einfach unmöglich. Start-ups müssen früh lernen „Nein“ zu sagen.
Vielleicht bist Du in der Lage, es zu machen, aber du tust es nicht, denn du konzentrierst die nur auf eins: Die Schwerpunkte. Für Unternehmen mit Produkten oder Technologien, die in verschiedene Märkte oder Kundensegmente passen, ist es sehr attraktiv, ihre Produkte vielseitig zu vermarkten. Jedoch ist es nicht sehr sinnvoll.
2 Gründe, weshalb Du in Deinem Unternehmen Schwerpunkte setzten solltest
- Du musst dich auf die engen Ressourcen konzentrieren, die dein Startup in Bezug auf ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Reihe von Kunden zur Verfügung hat. Andernfalls wirst Du abgelenkt werden und im Nichts enden.
- Du musst auf dem Markt erklären, was du tust. Stecke all Deine Energie in das, was dein Unternehmen eindeutig vom Rest abhebt.
Du solltest dir immer vor Augen halten, dass je klarer die Kundenbedürfnisse sind auch deine Aufgaben und das Unternehmensziel klarer werden. Und je deutlicher das Ziel ist, desto einfacher kannst du auch deine Prioritäten setzen. Das wiederum wird es dir erleichtern „Nein“ zu neun von zehn Dingen zu sagen. Wenn dein Unternehmensziel klar ist, wird auch dein Team stärker fokussiert sein. Dies ist auch wichtig um ein effizientes B2B-Marketing zubetreiben.
Wenn du jedoch nicht „Nein“ sagen kannst, machst du etwas falsch. Denn je breiter dein Produkt ist, desto mehr Ideen wirst du haben. Oft wird vergessen, dass jede Idee eigene Marktdynamiken hat. Deshalb solltest du deine Unternehmens- Schwerpunkte immer nur auf ein Marktbedürfnis bauen und den Fokus nicht verlieren.
Wenn Du alternative Märkte zur Auswahl hast, solltest du auf den Größten setzen, denn größere Märkte verzeihen Fehler leichter. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Du genug Wachstumsschwung bekommst. Wenn Du den größten Markt betrittst brauchst du einen Plan mit dem Kundenbedürfnis, das Du lösen kannst. Wenn Du das Projekt abgeschlossen hast, kannst Du mit einer neuen Problemlösung beginnen.
Sei Dir außerdem bewusst, dass die meisten Unternehmen nicht verhungern, sondern an Magenverstimmungen sterben. Sie sterben, weil sie vergeblich versuchen, Vieles zu bewältigen. Die Schwerpunkte wurden falsch gesetzt und der Fokus fehlt. Der Fokus ist der Schlüssel und wenn der fehlt, wird das Unternehmen scheitern.